Version für Bassetthorn, Vibraphon und Gitarre
"Sollte Fred Leuchter in der Geschichte weiterleben, dann vermutlich
als Erfinder der Injektionsmaschine, mit deren Hilfe heute in fünf
Bundesstaaten Hinrichtungen vollstreckt werden. Er entwickelte dieses Gerät,
nachdem New Jersey ein Gesetz zur Ablösung der Elektroexekution durch die
Todesspritze erlassen hatte. Die Todesspritze wurde bei der Hinrichtung
von George "Tiny" Mercer am 6. Januar 1989 in Missouri zum erstenmal eingesetzt.
So wie der elektrische Stuhl als moderner und "humaner" Ersatz für das Hängen
erfunden worden war, so bot sich die tödliche Injektion... als die "humane"
Hinrichtungsmethode des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts dar. Die Todesspritze
verdankt ihre Popularität nicht so sehr dem Umstand, daß sie besser funktioniert
als alle anderen Hinrichtungsmethoden, die den Verurteilten schließlich alle
gleichermaßen tot zurücklassen; sie ist populär geworden, weil sie in erster Linie
ein medizinisches Verfahren ist. Sie erweckt den Anschein größerer "Wissenschaftlichkeit"
als das Erschießen, Erhängen, Vergasen oder Hinrichten auf dem elektrischen Stuhl.
Sie wird vorgenommen mit Hilfe von Spritzen, rezeptpflichtigen Medikamenten,
einer Krankenliege, Medizintechnikern, Ärzten und eines Exekutionsprotokolls,
das vorsieht, den Verurteilten vor der Hinrichtung zu sedieren. Bei der Todesspritze
wird der Körper des Häftlings nicht sichtbar verletzt. Die Theorie ist, das er
einfach 'einschläft'."
"<Gott segne Sie > Geht raus. Geht nach hinten, So läuft das. Und dann sagen sie:
<Grünes Licht> Und das bedeutet, daß die Maschine angewärmt wird oder so.
Und dann, nach einer Minute, sagen sie:
<Foxfire eins!> Sie drücken ouf den Knopf. Man sieht den Patienten -
ich sehe den Patienten nicht, weil
ich hinter einem Wandschirm stehe und das EKG anschaue. Die erste Lösung,
Natriumpentothal, gelangt in die Person. Er ist wach und dann schläft er ein.
Nach einer Minute sagt der Vollzugskoordinator:
<Foxfire zwei!> Aber eigentlich ist das nicht
notwendig, in Wirklichkeit macht das die Maschine...
Das Pavulon, oder Pancurominbromid, wird
eingegeben, und es hält die Atemmuskeln an. Lähmt die Lungen und verlangsamt
das Atemzentrum. Man sieht den Patienten die agonale oder Endotmung ausführen.
...Noch einer Minute: <Foxfire drei!, und des Kaliumchlorid wird beigegeben.
Es ist dreimal die tödliche Dosis. Dann verändert sich auch das EKG,
von normalen Sinusrhythmen zu idioventrikularen oder flachen Herzrhytnmen,
und dann eine gerade Linie. Und dann ist das Herz auf null,
Meine Aufgabe als medizinischer Berater ist es dann <Nummer acht! zu sagen...
und also sagt der Vollzugskoordinotor: <Schachmatt!>" (Gefüngnisorzt Dr. Coyabycb)
Texte aus: Stephen Trombley Die Hinrichtungsmaschine - DieTodesstrafe in den USA,
Ein Gruppenbild mit Mördern./ Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Rowohlt Verlages.