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Die Verwendung des Zuspielbandes bei Aufführungen ist ausdrücklich erwünscht, jedoch nicht Bedingung. Zur Wiedergabe des Bandes werden ein normaler Kassettenrecorder
und zwei kleine Stereoboxen benötigt. Die Lautstärke der
Einspielung muß unterhalb der live erzeugten Gesamtdynamik liegen.
Für die Takte 118126 benötigt der Oboist ein zusätzliches
zweites Rohr. Alle auf dem Klavier zu spielenden Töne werden
mittels Gummi, Kork, Pappe, Metall, Stoff u. ä. so präpariert,
daß das Resultat stark deformierte, erstickte, implodierende,
dumpfe Klänge sind. Der Pianist und der Cellist benötigen beide einen Metallstab.
„Die Komposition ist wie ein Soundtrack zu einem Film, der nicht gezeigt wird, zu spielen. Es ist in der Art eines Dokuments oder Reports zu musizieren. Hart, trocken, brutal, sachlich, unbeteiligt. All das, was erfüllt und trägt, korrumpiert, zerstört, muß hier einfach abgleiten. Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen wäre völlig unbeabsichtigt.“
© 1994 Bote & Bock, Berlin Eigentum für alle Länder: Bote & Bock, Berlin
Aufführungsrecht vorbehalten.
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TEXT zu den
Werk-Zyklen
FOXFIRE/CAYABYAB/
DIENEL-ZUENDEL-LEUCHTER
Text (PDF) 
Text (RTF) 
Aus:
Stephen Trombley Die Hinrichtungsmaschine
Die Todesstrafe in den USA.
Ein Gruppengbild mit Mördern./
Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Rowohlt Verlages |
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Leuchter
Diese Komposition ist wie der Soundtrack zu einem Film, der nicht gezeigt wird, zu spielen. Es ist in der Art eines Dokuments oder Reports zu musizieren. Hart, trocken, brutal, sachlich und unbeteiligt. All das, was erfüllt und trägt, korrumpiert, zerstört, muß hier einfach abgleiten. Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen wäre völlig unbeabsichtigt. Das Stück sollte mit der dafür vorgesehenen Zuspiel-CD aufgeführt werden.
Sollte Fred Leuchter in der Geschichte weiterleben, dann vermutlich als Erfinder der Injektionsmaschine, mit deren Hilfe heute in fünf Bundesstaaten Hinrichtungen vollstreckt werden. Er entwickelte dieses Gerät, nachdem New Jersey ein Gesetz zur Ablösung der Elektroexekution durch die Todesspritze erlassen hatte. Die Todesspritze wurde bei der Hinrichtung von George 'Tiny' Mercer am 6. Januar 1989 in Missouri zum erstenmal eingesetzt. So wie der elektrische Stuhl als moderner und 'humaner' Ersatz für das Hängen erfunden worden war, so bot sich die tödliche Injektion ... als die 'humane' Hinrichtungsmethode des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts dar. Die Todesspritze verdankt ihre Popularität nicht so sehr dem Umstand, daß sie besser funktioniert als alle anderen Hinrichtungsmethoden, die den Verurteilten schließlich alle gleichermaßen tot zurücklassen; sie ist populär geworden, weil sie in erster Linie ein medizinisches Verfahren ist. Sie erweckt den Anschein größerer 'Wissenschaftlichkeit' als das Erschießen, Erhängen, Vergasen oder Hinrichten auf dem elektrischen Stuhl. Sie wird vorgenommen mit Hilfe von Spritzen, rezeptpflichtigen Medikamenten, einer Krankenliege, Medizintechnikern, Ärzten und eines Exekutionsprotokolls, das vorsieht, den Verurteilten vor der Hinrichtung zu sedieren. Bei der Todesspritze wird der Körper des Häftlings nicht sichtbar verletzt. Die Theorie ist, daß er einfach 'einschläft'.
"Gott segne Sie." Geht raus. Geht nach hinten. So läuft das. Und dann sagen sie: "Grünes Licht." Und das bedeutet, daß die Maschine angewärmt wird oder so. Und dann, nach einer Minute, sagen sie: "Foxfire eins!" Sie drücken auf den Knopf. Man sieht den Patienten - ich sehe den Patienten nicht, weil ich hinter einem Wandschirm stehe und das EKG anschaue. Die erste Lösung, Natriumpenthonal, gelangt in die Person. Er ist wach und schläft dann ein. Nach einer Minute sagt der Vollzugskoordinator: "Foxfire zwei!" Aber eigentlich ist das nicht notwendig, in Wirklichkeit macht das die Maschine ... Das Pavulon, oder Pancurominbromid, wird eingegeben, und es hält die Atemmuskeln an. Lähmt die Lungen und verlangsamt das Atemzentrum. Man sieht den Patienten die agonale oder Endatmung ausführen. ... Nach einer Minute: "Foxfire drei!", und das Kaliumchlorid wird beigegeben. Es ist dreimal die tödliche Dosis. Dann verändert sich auch das EKG, von normalen Sinusrhythmen zu idioventrikularen oder flachen Herzrhythmen, dann eine gerade Linie. Und dann ist das Herz auf null. Meine Aufgabe als medizinischer Berater ist es dann "Nummer acht!" zu sagen ... und also sagt der Vollzugskoordinator: "Schachmatt!"
(Gefängnisarzt Dr. Cayabyab)
Texte aus: Stephen Trombley Die Hinrichtungsmaschine - Die Todesstrafe in den USA.
Ein Gruppenbild mit Mördern.
(Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Rowohlt Verlages).
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