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BERLIN - SINFONIE EINER GROßSTADT
Der befähigte Dokumentarist Thomas
Schad hatte eine einmalige Chance. Eine Chance aber, die
auch eine schwere Last bedeutet: ein Jahr lang Dreh-Zeit
hatte er, um den berühmtesten Berlin-Film der Filmgeschichte
nachzuschöpfen, den Film SINFONIE EINER GROßSTADT von Werner
Ruttmann aus dem Jahre 1927. Wie der alte, so ist auchg
der neue Film ein Stummfilm. Kommentarlos, auf den ersten
Blick zusammenhanglos aneinandergereiht, schwarz-weiße
Bilder Berlins hier und heute. Der Film zeigt Bilder, ein
Bild muß sich der Zuschauer selbst machen. Heftige moderne
Musik betont den gehobenen Anspruch, hier geht es nicht um
einen weiteren Berlin-Film der üblichen Machart. Hier geht
es um mehr. Die Musik sagt uns auch: Hier kommt ein
großer Dokumentarfilm, großes Thema, großes Vorbild, großer
Etat, große Absichten. Zu groß ? Der neue Film SINFONIE
EINER GROßSTADT verzichtet auf jede filmische
Überredungskunst. Das macht ihn bemerkenswert und ein wenig
Öde. Die vielen hochgesteckten Erwartungen eines jeden,
seine Stadt wiederzuerkennen, kann er so kaum erfüllen. Aber
muß er das?
MUWIE-TIP
Die Stadt in ruhigen,
etwas zu beliebigen Bildern. Mal hochinteressant, oft öde,
deshalb: Michael Strauven
Redaktion Muwie Sender Freies
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