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Aus der Presse:
Von Stefan Amzoll
Heine heute
Oehring beim Kurt-Weill-Fest Dessau
Welch ein Novum: Die seit 1993 bestehenden Weill-Festspiele erteilen Aufträge. Viel früher hätte das passieren müssen. ...
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VON ANDREAS HILLGER, 28.02.10
Dass die Schmerzensmänner HH und RR dem Zynismus des Herrn BB freilich energisch widersprechen, bleibt ein ungelöstes Dilemma: Der Glaube an das Himmelreich auf Erden und an das "Wann, wenn nicht jetzt?" ist mit der Negativ-Utopie von Mahagonny nicht vereinbar. In sich aber ist Oehrings Werk absolut stimmig und korrespondiert perfekt mit Klennerts Bildsprache. Der Komponist macht das Entstehen und Vergehen von Sprache und Musik hörbar, er lässt hohle Töne und einzelne Laute tropfen und türmt schroffe Klanggebirge über weiten Flächen. Deutschland ist hier ein Hochstand im Kornfeld und wird als Zauberland von beiden Dichtern verloren gegeben. Mit Jörg Wilkendorf und Salome Kammer hat diese Collage zwei grandiose Protagonisten, denen das Männer-Quartett und die Sopranistin Sylvia Nopper kongenial zur Seite stehen.
Die eigentliche Überraschung aber ist, dass sich auch dieses Stück wie ein spontaner Kommentar zur Wirklichkeit verhält: Was hier mit Gebärdensprache akzentuiert und mit Verzerrungen überzeichnet wird, ist eine knallharte kulturpolitische Ansage. Das "Macht kaputt, was euch kaputtmacht!" hätte auch auf den Transparenten vor dem Theater stehen können. Weills Erbe ist also aktueller denn je - das gilt es in den nächsten Tagen zu feiern!
Volksstimme.de
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