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Last update: 08 July 2009 projects

2004

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Dersu („Lachweltmeister bleibst Du für immer.“)

2005

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Don Quixote trifft Peter Weiss

2005

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unVISIBLE

2005

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BENN

2005

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Im Eimer

2007

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Puschkins Steinerner Gast

2008

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»Ich habe sie alle gesehen ...« GOYA III

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WINDESSER (aus: Ornament & Vorhalt)

2007 go to ...

sur POING

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FP 14. November 2005
Hallesche Musiktage, Eröffnungskonzert
Dersu („Lachweltmeister bleibst Du für immer.“)
Lied für Oboe/Englisch Horn, Fagott, Viola, Gitarre und Zuspiel-CD

Kompositionsauftrag des „Forum zeitgenössische Musik e.V. Leipzig“
Uraufführung: ensemble sortisatio
Commissioned by „Forum zeitgenössische Musik e.V. Leipzig“
Halle (Händel-Haus)

Dersu liebte die Menschen
Der Neunjährige wurde von abbiegendem Laster überfahren. Zu seiner Beerdigung kamen gestern Hunderte Freunde
Der Knall in der Friedhofskapelle geht durch Mark und Bein. Dabei ist nur einer der vielen bunten Luftballons geplatzt, die Freunde von Dersu mitgebracht haben. Genauso unvermittelt, von einer Sekunde auf die andere, wurde der neunjährige Junge aus dem Leben gerissen, verloren seine Eltern das Wichtigste, das sie hatten. Am 23. März um 8.15 Uhr, die Zeit steht auf der Karte zur Trauerfeier, wurde das Kind an der Bismarck-, Ecke Kaiser-Friedrich-Straße von einem Lastwagen überrollt.
Die Mutter war auf dem Weg zur Schule vorangeradelt. Der Fahrer des Lkw bog ab, ohne anzuhalten – aus Stress, vermutet die Polizei.
„Es sind so viele Menschen da“, sagt Dersus Vater bei der Trauerfeier, „das hätte Dersu gefreut, denn er liebte die Menschen.“ Hunderte waren gekommen zu dem idyllischen Friedhof im Westen der Stadt, drängten sich draußen vor der Kapelle, als drinnen vor lauter Blumen, Kuscheltieren, Puste-Windmühlen kein Platz mehr zu finden war: Kinder und ihre Eltern von Dersus Schule, Kita, Schülerladen waren gekommen. Der Vater, Autor, einst aus Schwaben nach Berlin gezogen, und die Mutter, geborene Türkin, Musikerin, gehören der Künstlerszene rund um den Klausenerplatz in Charlottenburg an – und sie gestalteten die Feier mit Freunden, Bekannten und Kiezkünstlern selbst. So viele eigens verfasste Lieder, Texte, Gedanken. Tieftraurig – und unglaublich fröhlich, so wie alle hier Dersu kannten. „Lachweltmeister bleibst du für immer“, singen Freunde in ihrem Lied. „Er lächelte bis in die Haarspitzen“, erinnert sich der Vater, „Dersu war ein Weltmeister im Streicheln und Küssen.“
Sein Strahlen, seine Vitalität und Virtuosität seien ansteckend gewesen. Viel sind seine Eltern mit ihm gereist, am Lagerfeuer habe er gern gesessen. Und jetzt, so äußerten viele der Redner Hoffnung und Trost, wird Dersu in einer anderen Welt seinen Platz gefunden haben. Eine Frau singt „Tears in Heaven“ von Eric Clapton. „Kein Mensch wird je begreifen, kein Mensch wird je verstehen. Warum musstest du so früh gehen“, sagt ein anderer. Ein Mann hat einen alten Tears-for-Fears-Klassiker umgedichtet: „It’s a mad world.“
Draußen dreht sich die Welt weiter, und wenn das furchtbare Unglück überhaupt etwas bewirken soll, „dann das, dass wir uns alle fragen, in was für einer Zeit wir leben, in der alle hetzen und noch nicht einmal diese Sekunde Zeit haben, sich umzusehen“, sagt einer am Rande der Beerdigung.
An der Unglücksstelle in Charlottenburg nehmen sich die Leute Zeit. Sehen das Blumenmeer und den an den Ampelpfahl gebundenen Kindersitz. Sie parken, steigen aus. Wie Brigitte Kessler, die hier oft vorbeifährt und bemerkt hat, „dass das jeden Tag mehr Blumen werden“. Was „für ein furchbares Leid die Eltern jetzt ertragen müssen. Ein fremdes Schicksal rührt mich zu Tränen“, sagt sie weinend. Gundula Freiberg ist ebenfalls an die Seite gefahren und liest ihren Kindern Debbi, acht, und Marco, elf, die Briefe und Grüße vor. „Wann reagieren die Damen und Herren Politiker endlich mit einer Pflicht für Spiegel für Lkw und Busse“, hat Zalina Arndt auf eine Pappe geschrieben und sie wasserdicht verpackt.
„An die Eltern von Dersu“ – den Brief hat jemand an den Pfahl geklemmt.
„Ich bin 2x täglich hier zur Pflege“, schreibt „Hü“. Und: Jemand habe drei Teddybären gestohlen. „Der Dieb hat kein Herz.“ Autofahrer gucken durch die Scheibe. Bremsen quietschen. Es klingt anders als sonst.

(Tagesspiegel)

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27. November 2008
(1. und 2. Vorstellung am 28.11./29.11.2008)
Festspielhaus Hellerau
URAUFFÜHRUNG
„Don QUIXOTE oder Die Porzellanlanze“ (2006/2007)
für einen Instrumentalsolisten, Sprecher, Gesang, Darsteller: Matthias Bauer: Kontrabässe
Darstellerin und Gesangs / Tanz / Instrumental- & Sprachsolistin: Maria Lucchese
weitere Instrumentalsolisten:
Daniel Göritz – spanische Gitarre
Jörg Wilkendorf: E-Gitarre & Spezial Effekte
Musik: Helmut Oehring u.a.
Idee/Texte & Textauswahl:
Helmut Oehring und Torsten Ottersberg
Surround Sound Konzeption & Produktion:
GOGH-surround music prod.
Grafik: Hagen Klennert
Dauer: ca 60’

Eine Auftragskomposition des
Europäischen Zentrum der Künste HELLERAU

Pressemitteilung
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Zeichnung: Hagen Klennert

Eine Auftragskomposition des Europäischen Zentrum der Künste HELLERAU

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24. November 2006
Antwerp (deSingel) BL!NDMAN
unVISIBLE UA
based on the poem „Schließe mir die Augen beide“ by Theodor Storm and the lied „Der Tod und das Mädchen“ by Schubert
for 1 deaf mute soloist (sign language/spoken language, live or film), saxophone quartet, string quartet and
live-electronics Surround Sound Conception&Production: GOGH-surround music prod.
Antwerpen

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FP: 2. Dezember 2005
BENN
HALBSZENISCHE MUSIK NACH zwei GEDICHTEN VON G. BENN
Poemy by Gottfried Benn in a composition for 4–6 percussionists, deaf
mute soloist (female) and solo electric guitar, with tape
live-electronics and surround sound Surround Sound
Conception&Production: GOGH-surround music prod.
Berlin (Kleiner Sendesaal im Haus des Rundfunks) Commissioned by the
Rundfunk Berlin-Brandenburg rbb


Zeichnung: Hagen Klennert

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IM EIMER
Dies ist die geschichte des einsamen raumfliegers krassov, der von allen regierungen der welt vergessen um die erde kreiste, während diese sich für immer verändern wollte. skurilszenisches-phantastisches kammermusik märchen mit schwerelosem bewegungskünstler erscheinung,
muse und außerirdische begegnung: gebärdensolistin einzige telefonverbindung zur erde: mezzosopran sprechender bordcomputer: ela
bühne, licht und grafikausstattung: klennert
klangtechnische, liveelektronische umgebung und manövriergeräusche: GOGH-surround music prod.
7-köpfiges kammerensemble der ausgang ist ungewiß musik u.
libretto: oehring
mono + dialogtext: ottersberg

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Donnerstag, 10. Mai 2007
Puschkins Steinerner Gast (FP)
for speaker and 15 instruments
Text: based on Alexander Pushkin, The Stone Guest
Arnhem ArtEZ Ensemble / cond.: Helmut Oehring
Commissioned by dAcapo-ArtEZ,
general studies department of ArtEZ
Donnerstag 10. Mai, 20.30 Uhr,
Arnhem, Schouwburg Kleine Zaal
Sonntag 13. Mai, 20.00 Uhr,
Apeldoorn, Theater Orpheus Hanos Zaal
Freitag, 18 Mai,
Nijmegen, De Vereeniging ING Zaal
Zeichnung Hagen Klennert (Copyright)
Copyright Hagen Klennert

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03 & 05 Oct 2008 FP:
Berlin, Philharmonie
Auftragswerk des DSO
»Ich habe sie alle gesehen ...«
GOYA III
Oratorium Yo lo vi
frei nach dem Zyklus
Los desastres de la guerra – Die Schrecken des Krieges von F.Goya
für großes Orchester, großen Chor, 3 Countertenöre,
3 Instrumentalsolisten (Bassklarinette/auch Kontrabassklarinette), Violoncello, E-Gitarre solo, spanische Gitarre solo), Gebärdenchor mit 15 Gebärdensolisten – ad libitum –
Sprecher und Live-Elektronik (sowie Textzuspiel im Raum)
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin / Rundfunkchor Berlin / Ingo Metzmacher

Drei Worte: Yo lo vi
In einer Radierung Goyas aus der Serie Los Desastres de la guerra (Die Schrecken des Krieges) – der Radierung Nummer 44, um ganz genau zu sein – sieht man eine Menschenmenge, Männer, Kinder und Frauen, die vor einer unsichtbaren, doch grauenerregenden Gefahr flüchten: Die Gebärden der Menschen im Vordergrund, besonders die der Mutter, die ihr Kind an sich zieht, lassen daran keinen Zweifel. Obwohl Malstil und Art der Kleidung das Bild eindeutig datieren, hat es zeitlose Bedeutung erlangt, ist zum Sinnbild geworden. Es scheint, als ob alle späteren Flüchtlingsströme sich in diesen Flüchtlingen aus dem Napoleonischen Krieg zu Beginn des 19. Jahrhunderts, die Goyas kritische, verzweifelte Wut hervorriefen, wiederfinden.

Das Drama „ohne Szene“ – Oratorium = Raum für Betrachtungen

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November 2007
Klangwerkstatt Berlin Kreuzberg
WINDESSER (aus: Ornament & Vorhalt)
für Bassklarinette,Akkordeon und Kontrabass
frei nach der Erzählung
TARA der andere Flügel
aus: „Der Windesser“
von Keri Hulme

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Auftragswerk 2007/08
sur POING
for double bass, saxophone, accordion, scene, film and live electronics
Text, conception & direction: Helmut Oehring
URAUFFÜHRUNG: Oslo,
27. November 2007
Ny Musikk - Norwegian section of ISCM in collaboration with Oslo Sinfonietta
innerhalb eines 2 tägigen Portraits mit weiteren ensemble werken und workshop
Håkon Thelin / Rolf-Erik Nystrøm / Frode Haltli
Commissioned by POING
Termin Got to ...

Inhalt:
1. der prolog
2. das saxophon
3. erstes interludium
4. der kontrabass
5. zweites interludium
6. das akkordeon
7. der epilog

Es handelt sich bei dieser Komposition um ein Werk, das man als Bio-Music bezeichnen könnte: Es ist mit seiner Geschichte und seinen Bildern sehr eng an die jeweilige Biografie des einzelnen Musikers (und des Komponisten...), aber auch an die spezielle Geschichte des Trios gekoppelt.
Die Texte, die zum einen Teil vorproduziert und auf Tape eingesprochen werden und zum anderen Teil live zur Zeitachse der Partitur gesprochen werden sollen (in einigen Abschnitten auch als Schichtung), verstehen sich als Anregung und Vorschlag. Je nach Aktualität, Erkenntnis und Bedürfnis können und sollen sie immer der Wirklichkeit (oder dem, als was sie uns erscheint) angepasst werden.

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