BIOGRAPHIE

Helmut Oehring wurde 1961 in Berlin (Ost) geboren. Als Gitarrist und Komponist Autodidakt und wegen mehrmaliger Wehrdienst-Verweigerung nicht zum Hochschulstudium zugelassen, war er nach der Wende zwischen1990 und 1992 Meisterschüler von Georg Katzer an der Akademie der Künste zu Berlin. 1994/95 Stipendiat an der Villa Massimo in Rom, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen wie den Hindemith-Preis (1997) und den Arnold-Schönberg-Preis (2008) für sein Gesamtschaffen, das – seit den frühen Theater-Musiken für Ruth Berghaus’ Inszenierungen von Werken Bertolt Brechts am Thalia Theater oder für Robert Wilson und den inspirierenden Zusammenarbeiten mit Künstlern wie Peter Greenaway oder Friedrich Goldmann – heute ca. 400 Werke nahezu aller Genres umfasst. Seine Kompositionen und Produktionen werden weltweit aufgeführt; seit 15 Jahren wirkt er auch als Dirigent und  Regisseur. The New Yorker nannte ihn jüngst einen der „einflussreichsten audiovisuellen Komponisten neben John Adams, Kaija Saariaho, Björk und Robert Ashley“. 2011 veröffentlichte btb/ Randomhouse Oehrings Autobiografie Mit anderen Augen. Vom Kind gehörloser Eltern zum Komponisten, die 2015 in seiner Regie als Hörstück vom SWR produziert wurde; eine Verfilmung auf sein Drehbuch und mit seiner Musik ist in Planung. Er ist Jury-Mitglied des Karl-Sczuka-Preises für internationale Hörspielkunst des SWR und Juror des Deutschen Musikautorenpreises 2018 in der Kategorie Experiment Stimme sowie Mitglied der Akademie der Künste Berlin, der Sächsischen Akademie der Künste und der Akademie Deutscher Musikautoren. 2015 wurde ihm der Deutsche Musikautorenpreis in der Kategorie Musiktheater verliehen.

 

Schwerpunkt von Helmut Oehrings Schaffen in enger Zusammen-arbeit mit Librettistin/Coregisseurin Stefanie Wördemann und Klangregisseur/Sounddesigner Torsten Ottersberg, ist die Komposition und Realisation vokalinstrumentaler audiovisueller Werke, die in der Neukomposition Einflüsse von älterer Musik, Literatur, bildender Kunst und Philosophie aufgreifen. Unter Einbeziehung elektronischer Medien, von Gebärdensprache, Tanz, Performance, konzipierter/improvisierter Musik, Hörspielkunst und Film kreiert er ein Instrumentalvokaltheater, das poetische Formen mit politisch-dokumentarischen Inhalten verbindet. Ein weiterer Schwerpunkt in der Arbeit Oehrings und seines Teams liegt in der Einbindung seiner Kompositionen und Produktionen in den Education-Bereich, der vermittelnd-praktischen Arbeit nationaler und internationaler Kulturinstitutionen und Bildungseinrichtungen mit Kindern, Jugendlichen und Studenten.