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W E R K t e x t e A s c h e M O N D
W E R K t e x t A N G E L U S n o v u s I I I

D É J A - V U  /  E N T E N D U

 

Helmut Oehrings Angelus Novus III (déjà-vu/entendu) bildet mit der Ensemble-Studie Angelus Novus I., der Collage instrumental-vocal mis en scène Angelus novus II sowie der Vokalise eines untröstlichen Engels für Sopran, E-Gitarre und Orchester den aktuellen Werkzyklus auf Bilder Paul Klees und Texte Walter Benjamins. Die zyklisch durch Oehrings Kompositionen wandernden gesellschaftspolitischen Bezüge seiner Werke, die sich heute vor allem zwischen instrumental-vokalem Theater und halbszenischem Konzert bewegen, suchen inhaltlich-ästhetisch wie praktisch-künstlerisch die Begegnung mit aktuellen Themen und realen Personen der Geschichte und Gegenwart. In Angelus Novus III fokussieren Textbuch und instrumentalvokale Komposition Schlüsseltexte aus Walter Benjamins geschichtsphilosophischen Essays, insbesondere die IX. Geschichtsthese über den "Engel der Geschichte", und dessen bildnerisches Vorbild, einer Serie von Zeichnungen Paul Klees mit dem variierenden Engelsmotiv. Klees Bilder wie Benjamins Thesen Über den Begriff der Geschichte, die 1940 postum veröffentlicht wurden, reflektieren "prophetisch" die philosophischen Fragen, die für sie selbst wie für zahllose Intellektuelle und Künstler in den 1930er-Jahren existentiell wurden in der Konfrontation mit Faschismus, NS-Diktatur, Exil, Zweitem Weltkrieg und Shoah und die dann das Nachdenken der nachfolgenden Generationen über eine "Dialektik der Aufklärung" (Adorno/Horkheimer) prägten und die im heutigen aktuellen Kontext wie déja-vus erscheinen.

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