HELMUT OEHRING
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Helmut Oehring ist CODA – Kind gehörloser Eltern. Seine Muttersprache, die Gebär- densprache der Gehörlosen, ist in ihrer räumlichen Syntax und Grammatik wie abstrakt- körperlichen Poesie DNA seiner audiovisuelleN Kompositionen. Darin realisiert er unterschiedliche Transformationen visueller Sprachen in Verschriftlichung, Klang und Film und eine an Transkriptions- und Notationssysteme für Körpersprachen anknüpfende spezielle Form von SignMimoChoreografien.
Ab 1960 bewies der amerikanische Linguist William Clarence Stokoe mit seinen Forschungen an der Gallaudet University in Washington D.C., dass Gebärdensprachen im Allgemeinen vollwertige Sprachen sind, und initiierte mit dieser Entdeckung den Beginn einer modernen Gebärdensprachforschung. Stokoe entwickelte das schriftliche Notationssystem für Gebärdensprache, das auf dem lateinischen Alphabet begründet ist. An die Tradition der Stokoe-basierten Systeme knüpfte 1985 das wissenschaftlich orientierte Hamburger Sign Language Notation System, kurz HamNoSys, ein phonetisches Transkriptionssystem für Gebärden, das aktuell weite Verbreitung findet. Bereits seit den 1970er Jahren entwickelte die klassische Tänzerin Valerie Sutton das allgemeine Bewegungs-Beschreibungssystem Sutton Movement Writing für die verschiedensten visuellen Formen, in denen Bewegung eine zentrale Rolle spielt – ein FünfLinienSystem, ähnlich der uns bekannten musikalischen, kompositorischen Noten-Aufzeichnungen, auf denen in unterschiedlichen Abständen und Höhenverläufen simultane wie auch vereinzelte Hieroglyphen / Zeichen abgebildet sind.
Daran anknüpfend erarbeitet Oehring in seinen audiovisuellen Kompositionen eine eigens weiterentwickelte SignMimoChoreografie, basierend auf von ihm ergänzend zur Partitur angefertigten Videoclips, welche die Interpret*innen – Tänzer*innen, Musiker*innen, Sänger*innen – einstudieren und zu den audiovisuellen Sequenzen der Komposition und ihrer kobzertanten oder halb/szenischen oder filmischen Visalisierung realisieren.